/«16 Tage gegen Gewalt an Frauen»
Analog zum erweiterten Friedens- und Sicherheitsbegriff, arbeitet der cfd mit einem erweiterten Gewaltbegriff. Viele Formen von Gewalt gegen Frauen sind nicht auf den ersten Blick als «Gewalt» erkennbar. Soziale Ungleichheit wie Diskriminierung sind auch Formen von Gewalt.
Ungleiche Machtverhältnisse führen dazu, dass Frauen in Entscheidungssituationen ihre Interessen nicht wahrnehmen und durchsetzen können, sie begünstigen tradierte Geschlechterrollen und verhindern, dass Frauen und Männer z.B. sexistische Übergriffe wahrnehmen oder anklagen. Der Zugang von Frauen zu Bildung, Erwerbsarbeit und politischer Partizipation, die Verteilung von Macht und Definitionsmacht stehen im Zentrum der cfd-Projektarbeit. Die Arbeit im Migrationsbereich richtet sich gegen strukturelle Gewalt gegenüber Migrantinnen. cfd-Projekte im Ausland zu psychosozialer Arbeit mit Gewaltopfern, Partizipation von Frauen an Friedenspolitik, Lobbyarbeit für Gleichberechtigung oder rechtlicher und sozialer Anerkennung lediger Mütter thematisieren letztlich alle Gewaltfragen. Verschiedene Formen von Gewalt aufzuzeigen und ihre Zusammenhänge zu ergründen, war daher das Hauptmotiv des cfd, sich an der internationalen Kampagne gegen Gewalt an Frauen zu beteiligen und in der Schweiz zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember über Gewalt an Frauen zu informieren.
Dem Aufruf, sich an den 16 Tagen zu engagieren sind über 40 PartnerInnen gefolgt: Frauen-, Männer- und Friedensorganisationen, engagierte Kirchgemeinden und AktivististInnen. Anlaufstellen für Opfer und Täter beteiligen sich ebenso wie Organisationen, die international Friedensarbeit leisten und sich in der Schweiz für die zivile Friedensförderung einsetzen. Die vielfältigen Gewaltformen werden daher in der Palette der Veranstaltungen thematisiert: Neben häuslicher und sexueller Gewalt, kommen Stalking, Sexismus in der Werbung, Frauenhandel, geschlechtsspezifische Diskriminierung und Lohnungleichheit, Militarisierung und Sicherheit zur Sprache.
Um über Gewalt an Frauen mit Menschen auf der Strasse ins Gespräch zu kommen, bedient sich der cfd einer innovativen Aktionsform, dem so genannten Radioballett. An drei Tagen der Kampagne senden Lokalradios in Bern, Zürich und Luzern Regieanweisungen an interessierte HörerInnen. Diese versammeln sich mit ihren Radios in der Innenstadt, werden zu synchronen Bewegungen und Aktivitäten angeleitet und bringen damit die Kampagneninhalte an die Öffentlichkeit. Die 40-minütige Sendung informiert ausserdem über zentrale Inhalte der Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Freiwillige verteilen an überraschte PassantInnen Informationsmaterialien und weisse Schleifen, das Symbol der internationalen Kampagne.
Amanda Weibel
