Sprunglinks

CFD

Migrantinnen in der Arbeitswelt

Projektinformationen (PDF, 737.4 KB)

Mentoring-Workshop in Bern

Das Projekt «Mentoring mit Migrantinnen» verbessert den Zugang gut qualifizierter Migrantinnen zu Informationen und Netzwerken der Arbeitswelt. Seit Beginn des Projekts 2007 haben über 100 Migrantinnen an einem 10-monatigen Mentoring teilgenommen: Mehr als die Hälfte aller Teilnehmerinnen hat im Anschluss eine Anstellung gefunden, die ihren Qualifikationen entspricht. Ein weiteres Viertel konnte in ein Praktikum oder in eine Weiterbildung einsteigen.

Der Erfolg liegt im individuellen Austausch: Eine Berufsfrau und eine im selben Themenbereich qualifizierte Migrantin arbeiten im «Duett» zusammen. Die Mentee wird von der Mentorin begleitet und beraten, um sich beruflich und persönlich weiter zu entwickeln und zu vernetzen.

In Workshops und Weiterbildungen bereiten sich die Mentees zusätzlich auf ihre berufliche Laufbahn vor. Darunter fallen Workshops zu Bewerbungsprozessen, zur rechtlichen Situation bezüglich des Aufenthaltsstatus und der Anerkennung von Diplomen sowie Rhetorik und Selbstmanagement.

Mentees und Mentorinnen

Das Projekt spricht zum einen qualifizierte Migrantinnen an, welche auf dem Arbeitsmarkt eine Position anstreben, die ihren Kompetenzen und Qualifikationen entspricht. Durch den engen Austausch mit einer Mentorin aus dem gleichen Berufsfeld erhalten sie inhaltliche Einblicke in das entsprechende Arbeitsgebiet, lernen dessen Strukturen in der Schweiz kennen und können berufliche Kontakte aufbauen. Zum anderen sammeln qualifizierte Berufsfrauen, welche die Mentees begleiten, Erfahrungen als Mentorin und wirken als Multiplikatorinnen, indem sie ArbeitgeberInnen und Freundeskreise sensibilisieren.

Das Projekt steht Interessierten aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz offen.

Hintergrund

Migrantinnen leiden unter dem Vorurteil schlecht qualifiziert zu sein, obwohl viele über gute Ausbildungen und Qualifikationen verfügen. Nicht-Anerkennung ausländischer Diplome, fehlende Informationen über den schweizerischen Arbeitsmarkt sowie geringe Kontakte zur Arbeitswelt und zu gleich qualifizierten Frauen führen jedoch dazu, dass Migrantinnen selten eine ihrer Ausbildung entsprechende Stelle finden. Zudem können Migrantinnen nicht auf Kontakte aus der Schul- und Studienzeit zurückgreifen und müssen Netzwerke neu knüpfen.

Auf der individuellen Ebene führt das beschriebene Phänomen und die damit einhergehende fehlende Berufspraxis zur Dequalifizierung, zum Verlust der Autonomie und des Selbstvertrauens. Gesamtgesellschaftlich und wirtschaftlich betrachtet, liegt vorhandenes Potenzial, welches ressourcenorientiert genutzt werden könnte, brach.

Das Berufsmentoringprojekt des cfd wirkt dem entgegen und füllt mit ihrem Programm eine wichtige Angebotslücke. Dank der Unterstützung durch den Integrationskredit des Bundes (BFM) und der Arcas Foundation kann dieses richtungsweisende Projekt auch nach der vierjährigen Pilotphase weitergeführt werden.

Galerie

Hier erhalten Sie ein paar Eindrücke aus dem Projekt