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Armut, Gewalt und Isolation überwinden

Gläser mit Eingemachtem am Markt in Prishtina, Kosovo

Kosovo gehört zu den ärmsten Ländern Europas: Die offizielle Arbeitslosenrate beträgt fast 50%, die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Fast 20% der Bevölkerung sind von extremer Armut betroffen. Viele leben in kleineren Dörfern, in denen es nur wenige Einkommensmöglichkeiten gibt, und sind fast ausschliesslich vom Ertrag ihrer Felder abhängig.

Frauen auf dem Land erhalten mehrheitlich nur grundlegende Schulbildung und haben meist keine Kontrolle über das familiäre Einkommen oder Besitz. Etwa die Hälfte der Frauen in Kosovo werden Opfer verschiedener Formen häuslicher Gewalt. Häusliche Gewalt ist besonders in armutbetroffenen Familien und in ländlichen Gegenden weit verbreitet. Frauen auf dem Land haben nur sehr eingeschränkt Zugang zu Informationen, Bildung, Einkommen, Beratung und Gesundheitsdienstleistungen.

Seit dem Ende des Krieges 1999 und der Trennung von der Republik Serbien sind ca. 90% der Bevölkerung in Kosovo albanisch. Wegen der ethnischen Trennung sind die verschiedenen Minderheiten sozial, wirtschaftlich und politisch weitgehend isoliert. Serbinnen und Serben, die grösste Minderheit, leben in serbischen Dörfer, verteilt im ganzen Land. Aufgrund der Geschichte, wegen Ängsten, Sprachbarrieren und wegen anhaltender ethnischer Spannungen im Norden Kosovos haben sie kaum Kontakt mit der kosovo-albanischen Mehrheit. Serbische Frauen, aber auch Frauen anderer Minderheiten wie Romnija, sind deshalb sowohl strukturell und sozial als auch individuell und ökonomisch isoliert.

Der cfd gründet und begleitet gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Open Door lokale Frauengruppen, in denen Frauen sich austauschen und psychosozial unterstützt werden. Ökologische Lebensmittelproduktion, Weiterbildungskurse und Handarbeitsprojekte ermöglichen den Frauen, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Dies verringert ihre ökonomische Abhängigkeit vom Ehemann. Gezielt werden albanische, serbische und Roma-Frauen zusammengebracht, um ethnische Grenzen zu überwinden, und damit einen Beitrag an die lokale Friedensförderung zu leisten.