Sprunglinks

CFD

Tagung "Wi(e)der die Integrationsmaschinerie"

An der cfd-Tagung «Wi(e)der die Integrationsmaschinerie» vom 25. Januar 2013 trafen sich Fachleute aus Wissenschaft und Praxis mit dem Ziel, verschiedene Erfahrungen und Sichtweisen zusammenzubringen, den vorherrschenden Integrationsdiskurs kritisch zu durchleuchten und neue Perspektiven zu entwickeln. Der vorliegende Bericht dokumentiert Beiträge und Diskussionen zur Tagung (den Bericht können Sie hier downloaden).

Das Thema Migration wird seit einiger Zeit nahezu ausnahmslos unter dem Begriff Integration abgehandelt. Der Integrationsbegriff wird dabei vor allem normativ und regulativ gebraucht und geht von einem Defizit von Migrantinnen und Migranten aus. Unter Integration werden vorwiegend Anpassungsleistungen verstanden, welche als «MigrantInnen» geltende Personen zu erbringen haben. Dabei wird die Frage, in was MigrantInnen denn überhaupt integriert werden sollen, selten gestellt und Massnahmen zur rechtlichen Integration von MigrantInnen im Sinne von Teilhabe- und Mitspracherechten kommen kaum zur Sprache.

Der aktuelle kulturalistische Diskurs bündelt Menschen zu Kollektiven anhand des Merkmals Herkunft. Das Kollektiv der MigrantInnen wird in diesem Kategorisierungsprozess aufgrund verschiedener Merkmale wie Sprache, Kultur und Herkunft abgewertet und das Kollektiv der «Einheimischen» in Abgrenzung dazu aufgewertet. Solche Vereinfachungen und Pauschalisierungen fördern die Stereotypenbildung, verhindern eine fachliche Analyse und erschweren die kritische Auseinandersetzung mit strukturellen Barrieren wie zum Beispiel der (Nicht)-Anerkennung von ausländischen Diplomen oder der Diskriminierung im Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt und zum Aus- und Weiterbildungssystem.

Dringend notwendig sind eine Differenzierung und Dekonstruktion der Debatte. Das bedeutet einerseits, der Pluralität und Differenziertheit von Lebensumständen und -entwürfen von MigrantInnen Rechnung zu tragen, andererseits der Frage nachzugehen, wie sich gesellschaftliche Institutionen verändern müssen, um gleichberechtigte Zugänge zu Recht und Ressourcen für Frauen und Männer verschiedener Herkunft zu gewährleisten.