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CFD

Mitgestalten Festgehalten

Herstellung des Stop-Motion-Teils des Films

Was ist eine Bürgerin? Was ist ein Schweizer? Was ist eine Migrantin? Wer entscheidet in der Demokratie? Welche gesellschaftlichen Mitgestaltungsmöglichkeiten bestehen unabhängig der Staatszugehörigkeit? Diesen Fragen gingen zugewanderte Frauen im Rahmen des cfd-Projekts Mitgestalten festgehalten auf den Grund. Daraus ist der Dokumentarfilm „Wir Mitbürgerinnen“ entstanden.

Das Drehbuch haben die Projektteilnehmerinnen im Konsensverfahren erarbeitet. Der Film greift das Thema der Bürgerschaft in einem breiten Sinne auf. Die Kamera begleitet drei engagierte Frauen durch ihren Alltag an verschiedene Orte der Partizipation: In ein Wohnquartier am Rande von Bern, in den Publikumsrat des Schweizer Fernsehens und in den Grossen Rat Neuenburg. Als Beobachterinnen mit der Kamera nehmen die Filmgestalterinnen an den Tätigkeiten der Protagonistinnen teil und bringen die Zuschauerinnen dorthin, wo Partizipation geschieht. Sie stellen Fragen und erkunden die Realität. Dadurch wird die Politik lebendig und auch das Umfeld der Frauen gewinnt an Bedeutung.

Im Film beanspruchen „Migrantinnen“ ihr Mitspracherecht in der Öffentlichkeit, schaffen Reflexionsräume zum Thema politische Teilhabe und werden als Citoyennes, als teilhabende Bürgerinnen, sichtbar.

Hintergrund:
Politische Partizipation beginnt und endet nicht an der Wahlurne. Viele Menschen – mit oder ohne Wahlrecht – nutzen vielfältige Möglichkeiten, um ihre Interessen zu vertreten und sich bei der politischen Willensbildung einzubringen. Nichtsdestotrotz sind MigrantInnen auf allen politischen Ebenen unterdurchschnittlich repräsentiert.

Um entscheidungsmächtig partizipieren zu können, muss man wissen, wie die Gesellschaft funktioniert und wo die Hebel sind, um etwas zu bewegen; wo man sich informiert und wie man Zugänge eröffnet. Zudem braucht es Mut und Selbstbewusstsein.

Sich mündig fühlen, anerkannt werden, Stellung beziehen und den eigenen Interessen Gehör verschaffen zu können, sind wichtige Voraussetzungen für politische Teilhabe. Diese werden durch gegenseitige Anerkennung und praktische Erfahrungen im Austausch mit anderen erworben.

Das Projekt Mitgestalten festgehalten ist aus den Erfahrungen und Erkenntnissen des zweijährigen Pilotprojekts Teilnehmen-Teilhaben: Politisches Mentoring mit Migrantinnen entstanden. Es zielte darauf ab, die Mitgestaltung gesellschaftspolitischer Entscheidungsprozesse für alle, unabhängig der Staatszugehörigkeit, zu fördern.

Das Projekt richtete sich an zugewanderte Frauen, die sich in der Schweiz nachhaltig an der Gestaltung des politischen Lebens beteiligen wollen. Sie lernten formelle und informelle politische Entscheidungsprozesse in der Schweiz (vertieft) kennen und erhielten Gelegenheit, sich mit zivilgesellschaftlichen und politischen AkteurInnen zu vernetzen.

Zeitrahmen des Projekts: Mai 2014 – Juni 2015

Finanzielle Unterstützung: Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung / Fondation Emilie Gourd / Integrationskredit des Bundes / Kanton Bern / Katholische Kirche Region Bern / Landis & Gyr Stiftung / Maya Behn-Eschenburg Stiftung / Migros-Kulturprozent / OeMe Kommission Stadt Bern / Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn / SEK Fond für Menschenrechte / Stiftung Gertrud Kurz / Stiftung Érgata / Chäppu Träff, Gemeinde Ittigen