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/ Frauen und Männer in Konflikten.
Vom Einfluss gewaltsamer Konflikte auf Geschlechterverhältnisse

Freitag, 28. November 2008 / ab 13 Uhr / Französische Kirche «Le Cap» / Predigergasse 3 / Bern

In der Friedens- und Konfliktforschung wurde in den letzten Jahren analysiert, wie sich Konflikte auf die Geschlechterverhältnisse auswirken. Während bewaffneter Konflikte weicht die starre Rollenteilung oft auf: Frauen übernehmen mehr Verantwortung, erschliessen sich Zugänge zum öffentlichen Raum und zu Definitionsmacht. Immer wieder zeigt sich jedoch, dass Veränderungen der Geschlechterverhältnisse in Nachkriegssituationen mit rigiden Mitteln rückgängig gemacht werden. In verschiedenen Ländern konstatieren cfd-Projektpartnerinnen, dass häusliche Gewalt nach dem Krieg zunimmt und der Spielraum der Frauen nach der Rückkehr der Männer ins zivile Leben wieder eingeengt wird.
Veränderungen der Aufgaben und Rollen von Männern und Frauen bedingen sich gegenseitig. Eine feministische Analyse des Wandels von Genderkonzepten als Konsequenz bewaffneter Konflikte drängt sich auf. Eröffnen Kriege und Konflikte tatsächlich neue Rollenangebote für Frauen? Welche Vorstellungen von Männlichkeit prägen Politik und Alltag nach dem Krieg? Was passiert mit Männern, die Gewalt und Unterdrückung erfahren? Werden mit der Aufarbeitung von Gewalt durch psychosoziale Arbeit auch Genderrollen und gewaltgeprägte Geschlechterverhältnisse transformiert? Wie können Prozesse der Konflikttransformation genutzt werden, um Geschlechterungleichheiten nachhaltig zu verändern?
An der Tagung „Frauen und Männer in Konflikten“ analysieren Friedensforscherinnen und Projektpartnerinnen des cfd aus Palästina, Algerien und Kosova die Geschlechterdynamiken in und nach gewaltsamen Konflikten und diskutieren Strategien, wie diese im Rahmen einer feministischen und geschlechtersensitiven Friedenspolitik verändert werden können. Der Austausch internationaler praktischer Erfahrungen soll auch Fachpersonen in der Schweiz neue Impulse für ihre Arbeit geben.

Die Tagung richtet sich an Fachleute in Forschung, Lehre, Medien, Verwaltung, Politik und Hilfswerken sowie an alle, die sich für Frauen und Männer in Konflikten interessieren.

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