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/ Denn wir wissen, was wir tun!

Im Zusammenhang mit dem 20-jährigen Jubiläum von swisspeace vertrat der Direktor Laurent Goetschel in mehreren Artikeln die These, dass viele Hilfswerke und Entwicklungsorganisationen nicht wüssten, was sie im Bereich der Friedensförderung tun. Ohne ausformuliertes Konzept von ‚Frieden' würden sie ihren Projekten sehr vage Vorstellungen von Frieden zugrunde legen. Damit würden sie ihre Ziele den Menschen im Süden und Osten diktieren, sie lediglich als Ausführende und nicht als gleichberechtigte ParnerInnen behandeln. Um dennoch Wirkung zeigen zu können, haben sich viele Entwicklungsorganisationen «bürokratisiert», Instrumente hätten sich schneller entwickelt als die Kenntnis über die Folgen des eigenen Tuns. Den meisten westlichen Akteuren fehle das Wissen, um die politischen Konsequenzen und Veränderungen ihrer Eingriffe in den jeweiligen Gesellschaften zu beurteilen.

Diesen Thesen widersprach die cfd-Geschäftsleiterin Cécile Bühlmann an der Podiumsdiskussion der KOFF-Trägerversammlung: «Wir wissen, was wir tun!» Sie führte aus, welche Vorstellung der cfd von ‚Frieden' hat, die er den unterstützten Projekten nicht aufstülpt, sondern mit ihnen erarbeitet. Zu den Bestandteilen eines dauerhaften Frieden gehören gerechte Verhältnisse, Gleichberechtigung der Geschlechter, die Möglichkeit für Frauen, sich einzumischen, Bedürfnisse zu artikulieren und sie umzusetzen, so dass Frauen und Männer die gleichen Chancen und Möglichkeiten zur Verwirklichung eines guten Lebens haben. ‚Frieden' ist nur dauerhaft ohne strukturelle, personelle oder kulturelle Gewalt sowie geschlechtsspezifische Diskriminierungen. Deshalb arbeitet der cfd ausschliesslich mit lokalen PartnerInnen zusammen, klärt mit ihnen ihre Situation ab, unterstützt sie in der Analyse ihrer Bedürfnisse und Vorstellungen, finanziert Workshops, die dem Capacity building dienen und damit die Frauen unterstützen, sich politisch und gesellschaftlich Raum zu nehmen. Zwar herrschen auch in Ländern des Südens und Ostens keine homogenen Vorstellungen darüber, wie Frieden und Gerechtigkeit auszusehen haben. In der Regel argumentierten diejenigen, die an der Macht sind - meistens Männer - mit der Tradition, um bestehende Verhältnisse zu rechtfertigen. Sie lehnen daher jede Einmischung von aussen als gegen ihre Tradition und Kultur gerichtet ab. Gleichwohl ist die Erfahrung des cfd, dass es immer Gruppierungen in der Bevölkerung gibt, die die Vorstellung eines positiven Friedens mit dem cfd teilen und sich für seine Entwicklung einsetzen. Häufig sind dies Frauen. Mit diesen Partnerinnen arbeitet der cfd meist lange zusammen, da die Friedensförderung ein langwieriger Prozess ist, der einen langen Atem braucht.

Mit Goetschel teilte Cécile Bühlmann die Kritik an der Technokratisierung und einem teilweise mechanistischen Verständnis von Friedensförderung. Die Ursachen für die Forderung nach immer ausgeklügelteren Messinstrumenten von NGOs ortet sie im zunehmenden Rechfertigungsdruck gegenüber Geldgebern und den Druck aus namhaften Teilen der Politik, welche die Internationale Zusammenarbeit grundlegend in Frage stellen und NGOs zwingen, die Wirkung des eigenen Tuns innert kurzer Zeit zu ‚beweisen'. Darunter leiden grundsätzliche Debatten und Überlegungen. Deshalb begrüsste sie es umso mehr, dass sich an der KOFF-Trägerversammlung Gelegenheit für Auseinandersetzung und Reflexion bot.

Trudie Joras, Kommunikation

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