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/ Solidarité Féminine für unverheiratete Mütter

Unverheiratete Mütter und ihre Kinder gehören in Marokko zu den am stärksten marginalisierten und diskriminierten Gruppen. Sie werden häufig von ihren Familien verstossen und können wegen Prostitution angeklagt werden. Nur etwa 60% der ledigen Mütter behalten ihr Kind. Viele Neugeborene werden ausgesetzt. Seit 20 Jahren engagiert sich die Organisation Solidarité Féminine für die Besserstellung lediger Mütter: In den projekteigenen Gastronomiebetrieben können sie einen Beruf lernen und Geld verdienen. Die Sozial- und Rechtsberatungsstelle unterstützt sie dabei, eine eigenständige Zukunft zu planen. Mit intensiver Informationstätigkeit, Sensibilisierungarbeit an Schulen und Universitäten und Lobbying bei PolitikerInnen hat Solidarité Féminine errreicht, dass die Gewalt gegen unverheiratete Mütter heute ein öffentliches Thema ist. Der cfd unterstützt das jüngste Einkommensförderungsprojekt von Solidarité Féminine, das Hammam in Casablanca.

Ausbildung und Einkommen im Hammam

Das Hammam, ein marokkanisches Badehaus mit Fitnesszentrum, bietet mit Dampf- und Sprudelbad, Sauna, Massage, Kosmetik, Coiffure, Gymnastikstunden und Fitnessgeräten sowie einer Cafeteria über ein attraktives Angebot. 20 unverheiratete Mütter erhalten im Hammam Ausbildungen und ein kleines Einkommen. Dieses erlaubt es ihnen, bereits während ihrer Ausbildung selber für sich und für ihre Kinder zu sorgen.

Bildungsprogramme und Kinderbetreuung

Das begleitende Bildungsprogramm stärkt die Kompetenzen und das Selbstbewusstsein der Frauen. Neben den Lese- und Schreibkursen in Arabisch und Französisch ist das Unterrichtsangebot auf die Alltags- und Berufspraxis ausgerichtet: Rechnen und einfache Buchhaltung, Verstehen und Ausfüllen von amtlichen Formularen, Verfassen von Bewerbungsschreiben. Wichtig für die Zukunftsplanung der Frauen sind die Kurse zum Personen- und Familienrecht, zum Sozial- und Gesundheitssystem sowie zu Kinderrechten und Institutionen für Kinder. Während der Arbeitszeit und der Kursbesuche der Mütter werden ihre Kinder in den organisationseigenen Krippen betreut. Die Krippen-Mitarbeiterinnen stehen den Müttern in Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiterinnen und der Kinderärztin bei Erziehungsfragen zur Seite.

Psychosoziale Beratung

Die jungen Frauen, welche zu Solidarité Féminine kommen, haben Gewalt erfahren und häufig traumatische Erlebnisse hinter sich. Im Beratungszentrum finden sie psychologische Unterstützung. Die Sozialarbeiterinnen helfen ihnen bei der zivilrechtlichen Registrierung des Kindes, bei der Suche nach einer Unterkunft sowie beim Versuch, eine Vaterschaftsanerkennung zu erreichen und wieder in Kontakt mit Familienangehörigen zu kommen. Das Beratungszentrum steht auch Frauen und insbesondere ledigen Müttern offen, die nicht an den Einkommensförderung- und Bildungsprogrammen teilnehmen.

Projektbeschreibung als pdf

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Solidarité Féminine

Im Hammam haben die drei jungen Frauen Arbeit und Sicherheit gefunden. Bild: SolFem

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