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/ Psychosoziales Frauenprojekt in Sanski Most

Die BewohnerInnen von Sanski Most haben während des Krieges Zerstörung, Vertreibung und den Verlust von Angehörigen erlebt. Heute sind sie konfrontiert mit sozialer und ökonomischer Unsicherheit und veränderten Lebenssituationen. Viele Frauen mit Kindern sowie ältere Leute sind alleine zurückgeblieben. Die Herausforderung, sich neu zu orientieren, Kontakte zu suchen und ökonomisch zu überleben, ist gross. Die Frauenorganisation Krajiska Suza bietet Frauen und alten Leuten Möglichkeiten, soziale Netze zu knüpfen.

Ein Ort für den Austausch

Das Frauenzentrum von Krajiska Suza ist ein Ort, wo Frauen verschiedener Herkunft ihre Vergangenheit anschauen und beschreiben sowie Erlebnisse und Erfahrungen diskutieren und teilen können. Mit Unterstützung einer Gesprächsleiterin bearbeiten sie Themen, die ihnen besonders zu schaffen machen. So leiden viele Frauen bis heute darunter, dass sie ihre Eltern nicht vor Kriegsgewalt schützen konnten. Krajiska Suza ermutigt sie, im Projekt für Betagtenbetreuung aktiv zu werden und regelmässig ältere NachbarInnen zu besuchen und zu begleiten. Neben den Gesprächsgruppen treffen sich im Zentrum auch Frauen aus der Stadt und der näheren Umgebung für Freizeitaktivitäten. In den so genannten Frauenclubs treiben sie Sport, diskutieren Alltagsthemen oder organisieren Kurse zu Kommunikation oder zu Fragen des Zusammenlebens und der Gestaltung von Beziehungen.

Eine Art Spitex

Zusammen mit dem cfd hat Krajiska Suza ein Projekt für Betagtenbetreuung entwickelt, das auf dem Prinzip der Nachbarschaftshilfe beruht: Fünfzig Frauen aus den Gesprächsgruppen von Krajiska Suza wurden von einer Pflegefachfrau zu Betagtenbetreuerinnen ausgebildet. Sie besuchen nun rund 200 Betagte in Sanski Most und den umliegenden Dörfern. Wöchentlich verbringen sie mindestens zwei Stunden mit den alten Menschen, helfen ihnen bei der Gesundheitspflege, im Haushalt und erledigen Besorgungen. Zusätzlich machen eine Ärztin und eine Krankenschwester regelmässige Hausbesuche. Im Frauenzentrum stehen den älteren Leuten ein medizinisches Ambulatorium sowie ein Mittagstisch offen und sie können sich an sozialen Aktivitäten beteiligen. Die meisten Betagtenbesucherinnen sind verwitwet oder leben in Trennung und müssen deshalb alleine für ihre Familie aufkommen. Mit den Betagtenbesuchen verdienen sie ein kleines Honorar. Durch die neue Aufgabe erwerben sie zudem Kompetenzen für den Arbeitsmarkt und gewinnen Selbstvertrauen.

Sozialpolitisches Engagement

Um einebreitere Öffentlichkeit für Gesundheit, Alter und soziale Sicherheit zu sensibilisieren, organisiert Krajiska Suza Diskussionsveranstaltungen mit ExpertInnen. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Projektarbeit sind wichtig, um sich in die laufenden Debatten um die Reform des Sozialwesens einzuschalten. Neben einheitlichen und transparenten Zugangskriterien fordern die Frauenorganisationen eine integrative Sozialpolitik, welche die spezifischen Lebenssituationen von Frauen berücksichtigt.

Projektbeschreibung als pdf

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Krajiska Suza Sanski Most

Zamira Mulacić besucht jede Woche Hafiza Crnkić. Bild: Jutta Vogel

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