/ Jugendförderung als Beitrag zum Friedensprozess
In den Vorstädten Sarajevos bildet sich ein Sammelbecken sozial
benachteiligter Bevölkerungsschichten. Arbeitslosigkeit,
Perspektivlosigkeit und fehlende staatliche Jugendförderung haben zu
einer beunruhigenden Situation in Bosnien-Herzegowina geführt.
Desillusionierung und das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, greift
unter Jugendlichen um sich. Sie leiden unter «transgenerationeller
Traumatisierung». Ethnische Hassbilder werden den Kindern von ihren
Eltern weitergegeben. Der cfd unterstützt daher seit 2010 drei
Jugendprojekte in Sarajevo und Vareš in Bosnien-Herzegowina.
Um dem Abrutschen von jungen Erwachsenen in Gewalt, Kriminalität und Sucht entgegenzuwirken, bieten die drei Projekte Einzel- und Gruppentherapien für traumatisierte Jugendliche, kreative Workshops und wöchentliche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Schulen, Roma-Siedlungen und im Waisenhaus sowie Lernförderung für Kinder mit schulischen Schwierigkeiten. Junge Frauen werden darin unterstützt öffentliche Aktionen umzusetzen, um so ihre Mitbestimmung in der Gesellschaft einzuüben und einzufordern. Freiwillige SchülerInnen, StudentInnen und BerufseinsteigerInnen erhalten pädagogische Einführungen und setzen Pilotprojekte in der sozialen Arbeit um. Lehrpersonen werden in Therapie und Beratung traumatisierter Jugendlicher geschult. All diese Massnahmen unterstützen die Jugendlichen in ihrer sozialen Entwicklung und ihrem Selbstbewusstsein und befähigen sie, an einer sozial gerechten, gewaltfreien Zukunft des Landes mitzuwirken.
Die drei Jugendprojekte gehen auf lokale Initiativen zurück, die jungen Menschen einen Platz im Gemeinwesen bieten, ihnen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen, Erfahrungen in der Selbstorganisation und Eigeninitiative ermöglichen, Raum für Begegnungen und Verständigung geben, sie bei der Verarbeitung der traumatischen (Kriegs-)Erfahrungen unterstützen und ihnen Ansätze der konstruktiven Konfliktverarbeitung nahe bringen.
