/ cfd-Projekte in Bosnien-Herzegowina
Die paternalistische Tradition in Bosnien-Herzegowina macht es Frauen schwer, eigene Lebenskonzepte zu entwerfen, Geld zu verdienen und ihre Meinung kund zu tun. Daher haben die cfd-Projekte in Bosnien-Herzegowina den psychosoziale Ansatz gemein: Gruppen- oder Einzeltherapien entlasten sowohl Jugendliche, Flüchtlings- und Roma-Frauen als auch Mitarbeiterinnen des Alten-Pflegedienstes von traumatischen Erlebnissen. Die damit verknüpften Aus- und Weiterbildungskurse ermöglichen den Einstieg ins Berufsleben, einen eigenen Verdienst und ökonomische Unabhängigkeit. Direktes und indirektes Empowerment stärken die Selbstkompetenz und die Selbstbestimmung jeder einzelnen Frau.
Wirtschaftliches und politisches Empowerment
Für viele Frauen in Bosnien-Herzegowina steht immer noch die Sorge um das materielle Überleben im Vordergrund. Frauenorganisationen antworten darauf mit Projekten zur Einkommensförderung und mit sozialer Arbeit für marginalisierte Frauen. Vermehrt treten sie jedoch auch mit politischen Forderungen auf und vernetzen sich, um den Anspruch auf rechtliche und soziale Sicherheit durchzusetzen. Auf Druck von Frauenorganisationen und mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft nahm die Regierung 2003 ein Gleichstellungsgesetz an. Die Umsetzung läuft jedoch schleppend. Im Rahmen der Gleichstellungsdiskussion aber auch im Zuge der Sozialreformen formieren sich Gruppen und Netzwerke, die gemeinsam Lobby- und Kampagnenarbeit leisten und die Umsetzung von Gesetzen beobachten.
Frauengerechte Sozialreformen
Der Krieg, die vom Dayton-Abkommen
vorgegebenen politischen Strukturen und der Übergang zur Marktwirtschaft haben
dazu geführt, dass das Sozialwesen der Vorkriegszeit praktisch
zusammengebrochen ist. Die Arbeitslosenquote beträgt bis zu 70% und betrifft insbesondere Frauen und Jugendliche. Beide Gruppen werden in den cfd-Projekten empowert, um sich für ihre Interessen auch politisch einzusetzen.

