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/ cfd-Projekte in Algerien

Die cfd-Partnerorganisationen in Algerien setzen sich mit psychosozialen Projekten für die Opfer von Gewalt ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Konfliktbearbeitung sowie zur rechtlichen und sozialen Besserstellung der Frauen. Thematische Schwerpunkte sind die Bearbeitung von Gewalterfahrungen, Gewaltprävention und Empowerment von Frauen.

Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt

Der gewaltsame Konflikt der 90er-Jahre forderte in Algerien etwa 150'000 Tote; 20'000 Personen gelten als vermisst; unzählige Menschen leiden unter physischen und psychischen Verletzungen. Die meisten islamistischen Kämpfer sind in ihre Dörfer und Quartiere zurückgekehrt. Dies erzeugt einen enormen Druck auf die BewohnerInnen, die im Krieg Opfer islamistischer Gewaltübergriffe waren. Die Gewaltverbrechen der Armee, der Milizen und der bewaffneten Gruppen wurden bisher nicht untersucht. Denn weder die Regierung noch das Militär oder die islamistischen Parteien haben ein Interesse an einer Aufklärung.

Organisationen der Zivilgesellschaft, welche sich wie die cfd-Partnerinnen für eine ernsthafte Konfliktbearbeitung und eine tatsächliche Demokratisierung sowie für die Stärkung der Menschen- und der Frauenrechte einsetzen, arbeiten in einem politisch rauen Klima. Im September 2005 hat die algerische Regierung die «Charta für Frieden und nationale Versöhnung» per Referendum absegnen lassen. Das Amnestiegesetz, welches im Februar 2006 auf der Basis dieser Charta erlassen wurde, bringt völlige Straffreiheit für Täter aus Armee und Polizei, grosszügige Teilamnestien für Mitglieder islamistischer Gruppen sowie verordnetes Schweigen für die Angehörigen und VertreterInnen von Opfern und Vermissten. Damit wird eine substanzielle Konfliktbearbeitung auch rechtlich erschwert.

Geschlechtsspezifische Gewalt

Trotz weiterer bewaffneter Kämpfe in abgelegenen Gebieten und dem andauernden Ausnahmezustand hat sich im Alltag grösserer Städte wieder eine gewisse Normalität eingestellt. Verbreitet bleibt allerdings die physische, psychische und sexuelle Gewalt gegen Frauen, wie es die Berichte der Frauenhäuser sowie eine nationale Studie belegen. Dies kann als Folge des gewaltsamen Konflikts, der Gewaltakzeptanz der Täter und der wirtschaftlich desolaten Situation interpretiert werden. Eine bedeutende Rolle spielen aber auch die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen sowie das Familienrecht, das Frauen systematisch diskriminiert.

Frauen gegen die rechtliche Diskriminierung

Gemäss algerischer Verfassung sind vor dem Gesetz alle gleich. Diesem Anspruch wird jedoch die gesetzliche und soziale Realität nicht gerecht. Vor allem das Familienrecht, der Code de la famille, legitimiert die systematische Diskriminierung von Frauen und Mädchen. Frauenorganisationen sprechen deshalb vom «Code de linfamie». Einige Artikel des seit 1984 gültigen Familienrechts wurden 2005 zwar reformiert, nicht jedoch die zentralen: Die Unmündigkeit der Frauen bleibt festgeschrieben. Weitergehende Reformen wie in Marokko bleiben in Algerien wegen des Widerstands konservativer Kräfte vorläufig blockiert. Im Rahmen des Maghreb-Programms trägt der cfd dazu bei, den Austausch algerischer und marokkanischer Frauenorganisationen über Frauenrechte und Strategien zu ihrer Verankerung und Durchsetzung zu erleichtern.

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Programmkoordinatorin: Katrin Haltmeier


Projektpartnerschaft
Marokko und Algerien

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