Starke Frauen regieren Staaten, führen Haushalte, arbeiten Vollzeit und noch ein bisschen mehr, organisieren, politisieren, kreieren, produzieren. Aber starke Frauen fehlen auf den Titelseiten. Die Medien reproduzieren die Rolle der Frau immer noch und immer wieder als Zierobjekt: Frauen werden auf ihr Aussehen reduziert, ihre Stimmen werden überhört im grossen Rausch der Bilder. Sexistische Witze sind salonfähig und unterwürfige, leichtbekleidete Girlies gehören in Musikvideos zum Standard. Und nähren Klischees und Vorurteile.
Auch das ist eine Form von Gewalt an Frauen, die letztlich die Hemmschwelle für tätliche An- und Übergriffe senkt. Darum kommt dem alltäglichen Bild von Frauen in den Medien eine Schlüsselrolle zu. Um auf geschlechterspezifische Gewalt aufmerksam zu machen, setzte sich die Kampagne Ende 2012 explizit mit diskriminierenden Darstellungen von Frauen auseinander. Mehr dazu in der cfd-Zeitung 4-2012.

Zu Beginn der Kampagne fand eine von der feministischen Friedensorganisation cfd und dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern IZFG gemeinsam veranstaltete Podiumsdiskussion mit dem Titel "Frauenbild Medienmacht" statt. Dabei beleuchteten Sylvie Durrer, Direktorin des Eidgenössischen Büros für Gleichstellung, und die Medienwissenschaftlerin Martina Leonarz das Thema aus wissenschaftlich-analytischer Perspektive. Analysen wie das Global Media Monitoring Project liefern die unerlässlichen Datengrundlagen und Argumente. Die Präsentation von Sylvie Durrer finden hier
(PDF) , diejenige von Martina Leonzarz hier (PDF).

Jedes Jahr zwischen dem 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) engagiert sich eine breite Koalition gegen alle Formen von Gewalt an Frauen. Mit Veranstaltungen, Strassenaktionen, Medienarbeit und Informationsarbeit wird die Öffentlichkeit sensibilisiert. Ab
Frühjahr 2013 einigen sich die beteiligten Organisationen auf das nächste Schwerpunktthema. Anregungen und Mitmachen sind erwünscht!

Die feministische Friedensorganisation cfd lancierte die Kampagne in der Schweiz im Jahr 2008 und koordiniert seither jährlich die vielfältigen Aktivitäten mit über 50 beteiligte Institutionen u.a. Beratungs- und Opferhilfestellen, Frauenhäuser, Fachstellen für Gleichstellung, Frauenorganisationen, Menschenrechtsorganisationen und Selbstverteidungsvereine.